Die integrale Steuerung von Heizung und Kühlung

Thermische Kohärenz

Energetische Symmetrie durch funktionale Verriegelung in der Gebäudeautomation

Die isolierte Betrachtung von Heizungs- und Klimasystemen gehört zu den häufigsten Ursachen für energetische Ineffizienz in modernen Gebäuden. Während beide Gewerke für sich genommen hochgradig optimiert arbeiten, führt das Fehlen einer übergeordneten Koordinierungslogik oft zu einem kontraproduktiven Parallelbetrieb. Wir überführen diese autarken Systeme in eine kohärente thermische Strategie, die den Energieeinsatz minimiert und den Nutzerkomfort durch systemische Intelligenz signifikant steigert.

Die 21/24-Balance und das Management thermischer Lasten

Ein verbreiteter Ansatz in der Gebäudetechnik ist die statische Differenzierung der Sollwerte – etwa 21°C für die Heizung und 24°C für die Kühlung. In der Realität führt dieses vermeintliche Sicherheitsfenster aufgrund von Sensortoleranzen und thermischer Trägheit oft zu simultanen Heiz- und Kühlprozessen. Besonders bei trägen Systemen wie der Fußbodenheizung entsteht so ein energetisches Paradoxon, das manuelle Korrekturen erfordert und Betriebskosten belastet. Wir begegnen diesem Risiko durch eine dynamische Totzonen-Regelung, die beide Gewerke auf Protokollebene synchronisiert.

Die dynamische Totzone (Floating Deadband)

Um ein „Gegeneinander-Arbeiten“ der Systeme physikalisch auszuschließen, implementieren wir eine Master-Logik. Hierbei wird der Kühl-Sollwert fest an den Heiz-Sollwert gekoppelt:

T-Kühl = T-Heiz + Totzone

Erhöht ein Nutzer die Heiztemperatur, verschiebt die Logik die Kühlgrenze automatisch im gleichen Maße nach oben. Dieser softwareseitige Schutzpuffer garantiert, dass niemals beide Systeme gleichzeitig aktiv sind.

Funktionale Verriegelung: Der pragmatische Integrationsweg

Eine tiefe Systemintegration muss nicht zwangsläufig mit komplexen und kostenintensiven Daten-Gateways für jedes Endgerät verbunden sein. Stattdessen erfolgt die funktionale Verriegelung über vorhandene Steuereingänge (z. B. Remote-OFF oder Stand-by-Kontakte). Über präzise angesteuerte KNX-Schaltaktoren koordinieren wir die Betriebsphasen beider Systeme zentral. Dieser „Soft-Lock“-Ansatz schont die internen Regelungszyklen und Kompressoren der HLK-Geräte und realisiert ca. 90 % des energetischen Sparpotenzials bei einem Bruchteil der üblichen Investitionskosten für Hardware.

Strategische Planung: Kosteneffizienz beginnt bei der Ausschreibung

Der Schlüssel zu einer wirtschaftlichen Gebäudeintelligenz liegt bereits in der Phase der Ausschreibung. Sobald die Verfügbarkeit von potenzialfreien Steuereingängen für Heiz- und Klimageräte explizit in das Leistungsverzeichnis aufgenommen wird, lassen sich diese Vorteile mit einer herkömmlichen KNX-Steuerung leicht erzielen. Wenn diese Schnittstellen herstellerseitig vorgesehen sind, gelingt eine hochwirksame „flache“ Integration ohne teure Zusatzhardware. Diese frühe Abstimmung zwischen TGA und Elektroplanung ist der sicherste Weg zu einer nachhaltigen und wartungsfreundlichen Infrastruktur.

Thermische Intelligenz als Investitionsschutz

Die integrale Steuerung von Heizung und Kühlung ist kein optionaler Komfort-Zusatz, sondern eine zwingende Notwendigkeit für den wirtschaftlichen Gebäudebetrieb. Durch die Aufhebung der gewerkespezifischen Isolation schützen Sie Ihre Anlagentechnik vor unnötigem Verschleiß und garantieren ein stabiles Raumklima bei minimalem Energiebedarf. ETM steht für pragmatische Lösungen, die technische Komplexität in beherrschbare, ökonomisch sinnvolle und langlebige Systemlogik übersetzt.

Möchten Sie die thermische Effizienz Ihres Objekts auf ein neues Niveau heben?

Ganz gleich, ob im Neubau oder im Rahmen einer Bestandsoptimierung: Wir unterstützen Sie von der ersten Schnittstellen-Analyse bis zur finalen Programmierung Ihrer individuellen Master-Logik. Lassen Sie uns gemeinsam besprechen, wie wir Ihre Heiz- und Kühlsysteme zu einer intelligenten Einheit verschmelzen können.